Weihnachtszeit, Spendenzeit - seit Jahren geht mir das schon so richtig auf den Sack.
Okay, von Weihnachten genervt zu sein ist einfach. Und, etwas zu spenden, für eine „gute Sache“, damit hab ich in der Regel auch kein so großes Problem mit (remember this?).
Was mich aber schon immer (? Naja, auf jeden Fall schon sehr lange) gewaltig stört, ist diese merkwürdige Sichtweise der Spendenwerbung.
Ich spreche/schreibe über die ganzen Aktionen, armen, kranken, benachteiligten Menschen in Afrika, Asien, Lateinamerika, zu helfen.
Früher hieß das mal die 3.Welt, meine FreundInnen aus der Entwicklungshilfe haben mich dann den Begriff Trikont gelehrt. Aber das nur am Rande.
Diese Spendenaktionen bzw. die Werbung dazu triggert bei mir immer (noch) das Erstgefühl an „Oje, das arme kleine Negerbaby. Hat nix zum anziehen, muss mit 10 Leuten in winzigen, schäbigen Lehmhütten wohnen. Kein Geld, kein Job, keine Ahnung, wie es weiter gehen soll.“
Scheiße ja, ich bin so erzogen worden. Vielleicht nicht direkt von meinen Eltern, aber von der Gesellschaft hier im Westen. „Wir leben im Westen, im Westen ist´s am Besten.“ (Extrabreit)
Und dann wollen die noch, dass ich einfach mal Geld dahin schicke. Läppchen drüber, nochmal pusten, schon tuts nicht mehr weh. Jaja.
Ich will gar nicht behaupten, dass diese ganzen Hilfsorganisationen nur Blödsinn machen. Da hat sich ja doch einiges geändert, verbessert. Alleine der Ansatz „Hilfe zur Selbsthilfe“, den hätte vor 20, 30 Jahren niemand überhaupt nur verstanden.
Aber weder scheint diese Spendenaufrufe zu interessieren, dass das kleine Negerbaby eben KEIN kleines Negerbaby ist, sondern einfach „nur“ ein Mensch.
Und weiterhin ist der Blickwinkel „Wir reich/weiß = Spenden geben - Die arm/nicht-weiß = Spenden nehmen“ ein zutiefst rassistischer. „Was bin ich doch für ein guter Mensch, wenn ich spende. Solange ich spende. Also seid mal alle sehr dankbare kleine Negerbabys. Ich könnte ja auch anders...“
Ist mir da was entgangen, oder ist der Trikont selbst verantwortlich für sein Elend?
Ich red/schreib mich hier grad in Rage. Wirkt vielleicht alles etwas wirr und konfus.
Wenn ichs besser könnte wär ich vielleicht Journalist geworden.
Aber, es gibt einen Grund für das Geschreibsel.
Und der nennt sich White Charity!!!
Was ein Film eben genau zu diesem Thema ist. Von Carolin Philipp und Timo Kiesel.
Und die können das alles sehr sehr viel besser ausdrücken und darstellen.
Hier ist die Homepage zum Film.
Und hier der Film selbst
Wieder mal vielen Dank an den Der Braune Mob e.V. fürs drauf Aufmerksammachen.
Posts mit dem Label Sprache werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sprache werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 30. Dezember 2011
Freitag, 9. Dezember 2011
Montag, 22. August 2011
Termine 26. - 28.8.11: Museumsuferfest Frankfurt/W
Das Frankfurter Museumsuferfest am kommenden Wochenende - Myriaden von Einheimischen, Zugezogenen und Vorortlern drängen sich zu beiden Seiten des Mains.
Essen, Trinken, Bühnen, Stände jeder Art, voll voll voll... Na ja, wems gefällt.
Aber zwei Orte möcht ich doch mal besonders empfehlen:
Essen, Trinken, Bühnen, Stände jeder Art, voll voll voll... Na ja, wems gefällt.
Aber zwei Orte möcht ich doch mal besonders empfehlen:
Donnerstag, 28. Juli 2011
It´s a game of feel and take UPDATED
Ich weiß nicht, wie oft ich folgende Videos schon angesehen habe (besonders das erste), aber momentan ist es DAS LUSTIGSTE seit langem. Sehr langem.
Really!!!
Dave Armand (auch hier) ist ein englischer Schauspieler.
Und hier geht es um Fast and loose, eine Improvisations-Show der BBC.
Dave stellt den Text einiger Hits mimisch dar, und irgendwelche Leute müssen raten, um welches Lied es sich handelt.
Really!!!
Dave Armand (auch hier) ist ein englischer Schauspieler.
Und hier geht es um Fast and loose, eine Improvisations-Show der BBC.
Dave stellt den Text einiger Hits mimisch dar, und irgendwelche Leute müssen raten, um welches Lied es sich handelt.
Dienstag, 24. Mai 2011
Termin 26.5.11: Lee Hollis
Lee Hollis, (ox-Interview von 2008) der Sänger bei Spermbirds, Steakknife etc., ist mal wieder auf Lesetour. Und macht am 26.Mai einen Stopp im Feinstaub.
Harte, lustige, derbe Geschichten LIVE, OoU (Original ohne Untertitel).
Ich schätze mal, es geht um 20h los. Rechtzeitig kommen ist angesagt, wird bestimmt voll.
Harte, lustige, derbe Geschichten LIVE, OoU (Original ohne Untertitel).
Ich schätze mal, es geht um 20h los. Rechtzeitig kommen ist angesagt, wird bestimmt voll.
Sonntag, 6. März 2011
Hier steht was der Volksmund so schreibt
Danke Danke Danke - an die Titanic.
Endlich hat sich mal jemand die Arbeit gemacht und die Aussagen des Volksmundes zusammen gefasst.
Unabhängig wie ich zu dem eigentlichen Thema stehe (welches war das eigentlich nochmal?), die Dummheit der Diskussion, von allen Seiten, ging mir schon lange aufn Sack, von allen Seiten.
Aber, lest selbst (Das Original steht hier.):
Endlich hat sich mal jemand die Arbeit gemacht und die Aussagen des Volksmundes zusammen gefasst.
Unabhängig wie ich zu dem eigentlichen Thema stehe (welches war das eigentlich nochmal?), die Dummheit der Diskussion, von allen Seiten, ging mir schon lange aufn Sack, von allen Seiten.
Aber, lest selbst (Das Original steht hier.):
Dienstag, 23. November 2010
Punk ist...
Ich hatte schon mal darüber berichtet (hier), aber was gut ist kommt halt immer wieder:
Gifhorn in Niedersachen. An einer Fußgängerampel.
Sommer, Sonntag Abend, keine Autos weit und breit in Sicht. Auf der einen Seite stehen zwei Punks und warten darauf, dass die Ampel für Fußgänger grün wird. Von der anderen Seite kommt ein Radfahrer über die rote Ampel gefahren, schaut die beiden an und ruft:
“Rebellen, wa?”
Gifhorn in Niedersachen. An einer Fußgängerampel.
Sommer, Sonntag Abend, keine Autos weit und breit in Sicht. Auf der einen Seite stehen zwei Punks und warten darauf, dass die Ampel für Fußgänger grün wird. Von der anderen Seite kommt ein Radfahrer über die rote Ampel gefahren, schaut die beiden an und ruft:
“Rebellen, wa?”
Donnerstag, 11. November 2010
Mittwoch, 15. September 2010
Dienstag, 14. September 2010
“Entschuldigung Fräulein, fällt Rattengift unter Tiernahrung?!”
Falls mal wieder nix ordentliches im Fernsehen läuft, niemand telefonisch zu erreichen ist und es wie Sau regnet, dann wäre ein guter Zeitpunkt, auf belauscht.de zu blättern.
Das ist eine Seite im Netz für "alles Belauschte, Mitgehörte und Aufgeschnappte". Der Anspruch ist, dass wirklich alles irgendwo gehört wurde und nichts selbst erfundenes dabei ist. Glaub ich einfach mal.
Und, erstaunlicherweise ist das wirklich lustig, sehr lustig sogar.
Das ist eine Seite im Netz für "alles Belauschte, Mitgehörte und Aufgeschnappte". Der Anspruch ist, dass wirklich alles irgendwo gehört wurde und nichts selbst erfundenes dabei ist. Glaub ich einfach mal.
Und, erstaunlicherweise ist das wirklich lustig, sehr lustig sogar.
Dienstag, 24. August 2010
Eine horrorshow von Quorietsch
Wenn ich mich hier schon dauernd über Sprache im allgemeinen, Sprachstil, Sprachbesonderheiten und auch Sprachungenauigkeiten auslasse, darf natürlich Nadsat nicht fehlen, meine lieben Droogies.
Gleichzeitig kann ich mich hiermit auch mal virtuell vor einem meiner Lieblingsschriftsteller verbeugen, (John) Anthony Burgess (Wilson), der nämlich der Autor von "A clockwork orange" und der Erfinder von Nadsat, der dort verwendeten Jugendsprache, ist.
Nadsat im Original ist eine Mischung aus Russisch und dem Londoner Cockney Rhyming Slang. Russisch ist klar, aber das mit dem Rhyming Slang ist komplizierter. Es ist kein einfacher Slang, so wie Berlinerisch oder Kölsch, sondern eine permanente, eigentlich recht blöde Wortspielerei.
Im Deutschen fallen mir dazu nur so bekloppte Sachen wie "Zum Bleistift" anstatt "Zum Beispiel" oder auch "EasyPeasy" oder "Pillepalle" oder so was ein.
Ist ja nicht so lustig, soll es aber auch gar nicht sein. Das Buch ist böse, zynisch, gemein, gewalttätig, aber nicht lustig.
Und Nadsat ist die Teenagersprache, das Buch erschien 1962 und spielt in der Zukunft. Der Hauptdarsteller Alex DeLarge ist anfänglich 15 (im Film 18) und wie wir ja alle wissen, gelle, ist in diesem Lebensabschnitt (vulgo: Pubertät) eine eigene Sprache nichts ungewöhnlich.
Ungewöhnlich, und so beeindruckend, dass ich hier und heute darüber fabuliere, finde ich aber, dass zumindest ich das Buch schon mit 14 Jahren lesen UND verstehen konnte, ohne durch die Sprache verwirrt zu werden. Und ca. 2 Jahre später sogar im englischen Original.
Tja, ich war wohl schon damals kein Glupjek, sondern ein tschudessni Maltschik und Uhmni.
Bzw. Burgess ist ein großartiger Schriftsteller. Und die Übersetzung aus den 70ern war wohl auch klasse. Neuere Übersetzungen haben ein paar doofe Fehler drin, aber naja. Die deutsche Übersetzung hat sowieso ein anderes Muster als das Original. Der russische Anteil ist noch drin, nur der Cockney Anteil fehlt etwas.
Für die die mehr wissen wollen gibts hier ne deutsche und hier ne englische Vokabelliste.
1971 wurde das Buch von Stanley Kubrick verfilmt, in der Hauptrolle der geniale Malcolm McDowell. Das ist mal eine sehr gelungene Verfilmung, besonders auf Nadsat wurde viel Wert gelegt, ohne das es unverständlich wird.
Natürlich hat der Film einige Kontroversen ausgelöst. Z.B. wurde er in England auf massives Drängen der englischen Polizei bis angeblich 2000 so gut wie nie öffentlich gezeigt.
Ich glaube die hatten so richtig Angst, dass die Jugend irgendwann nur noch so aussieht:
Besonders an dem Film ist auch die Musik. Beethoven ist Alex´ Lieblingsmusiker ("der gute alte Ludwig van"), entsprechend kommt auch viel Musik von ihm vor, ebenso wie von Rossini und dem großen Sir Edward Elgar. Außerdem gibt es viel Musik von Walter/Wendy Carlos, der als einer der ersten überhaupt Synthesizer benutzte, also elektronische Musik komponierte und spielte.
Und dann gibt noch ein kurzes tolles Stück, welches es auch hier zum ziehen gibt (link steht bei den Kommentaren).
Nebenbei, Andy Warhol hat das Buch auch verfilmt. Und zwar 6 Jahre vor Kubrick, rightyright. Wer auf Mitt-60er Avantgarde steht, hier gibts den Film zum anschauen
So, genug jetzt von dem ganzen Tschipoke.
Gleichzeitig kann ich mich hiermit auch mal virtuell vor einem meiner Lieblingsschriftsteller verbeugen, (John) Anthony Burgess (Wilson), der nämlich der Autor von "A clockwork orange" und der Erfinder von Nadsat, der dort verwendeten Jugendsprache, ist.
Nadsat im Original ist eine Mischung aus Russisch und dem Londoner Cockney Rhyming Slang. Russisch ist klar, aber das mit dem Rhyming Slang ist komplizierter. Es ist kein einfacher Slang, so wie Berlinerisch oder Kölsch, sondern eine permanente, eigentlich recht blöde Wortspielerei.
Im Deutschen fallen mir dazu nur so bekloppte Sachen wie "Zum Bleistift" anstatt "Zum Beispiel" oder auch "EasyPeasy" oder "Pillepalle" oder so was ein.
Ist ja nicht so lustig, soll es aber auch gar nicht sein. Das Buch ist böse, zynisch, gemein, gewalttätig, aber nicht lustig.
Und Nadsat ist die Teenagersprache, das Buch erschien 1962 und spielt in der Zukunft. Der Hauptdarsteller Alex DeLarge ist anfänglich 15 (im Film 18) und wie wir ja alle wissen, gelle, ist in diesem Lebensabschnitt (vulgo: Pubertät) eine eigene Sprache nichts ungewöhnlich.
Ungewöhnlich, und so beeindruckend, dass ich hier und heute darüber fabuliere, finde ich aber, dass zumindest ich das Buch schon mit 14 Jahren lesen UND verstehen konnte, ohne durch die Sprache verwirrt zu werden. Und ca. 2 Jahre später sogar im englischen Original.
Tja, ich war wohl schon damals kein Glupjek, sondern ein tschudessni Maltschik und Uhmni.
Bzw. Burgess ist ein großartiger Schriftsteller. Und die Übersetzung aus den 70ern war wohl auch klasse. Neuere Übersetzungen haben ein paar doofe Fehler drin, aber naja. Die deutsche Übersetzung hat sowieso ein anderes Muster als das Original. Der russische Anteil ist noch drin, nur der Cockney Anteil fehlt etwas.
Für die die mehr wissen wollen gibts hier ne deutsche und hier ne englische Vokabelliste.
1971 wurde das Buch von Stanley Kubrick verfilmt, in der Hauptrolle der geniale Malcolm McDowell. Das ist mal eine sehr gelungene Verfilmung, besonders auf Nadsat wurde viel Wert gelegt, ohne das es unverständlich wird.
Natürlich hat der Film einige Kontroversen ausgelöst. Z.B. wurde er in England auf massives Drängen der englischen Polizei bis angeblich 2000 so gut wie nie öffentlich gezeigt.
Ich glaube die hatten so richtig Angst, dass die Jugend irgendwann nur noch so aussieht:
Besonders an dem Film ist auch die Musik. Beethoven ist Alex´ Lieblingsmusiker ("der gute alte Ludwig van"), entsprechend kommt auch viel Musik von ihm vor, ebenso wie von Rossini und dem großen Sir Edward Elgar. Außerdem gibt es viel Musik von Walter/Wendy Carlos, der als einer der ersten überhaupt Synthesizer benutzte, also elektronische Musik komponierte und spielte.
Und dann gibt noch ein kurzes tolles Stück, welches es auch hier zum ziehen gibt (link steht bei den Kommentaren).
Nebenbei, Andy Warhol hat das Buch auch verfilmt. Und zwar 6 Jahre vor Kubrick, rightyright. Wer auf Mitt-60er Avantgarde steht, hier gibts den Film zum anschauen
So, genug jetzt von dem ganzen Tschipoke.
Montag, 23. August 2010
Deutschland Schwarz Weiss
Ich lese gerade Noah Sow´s Buch "Deutschland Schwarz Weiss" - und bin begeistert!
Eine sehr direkte Beschreibung des alltäglichen weißen deutschen Rassismus.
Konkrete Beispiele, gute Sprache, amüsant (für mich) geschrieben.
Und immer wieder, wie Noah schreibt, "Schocktherapie".
Hier mal das Ergebnis ihrer Auseinandersetzung mit der Gleichstellungsbehörde und deren Umgang mit dem Thema Rassismus im Jahre 2007:
Zehn kleine Weiße, die spielten in der Scheun´
Doch die war mit Asbest gebaut, da waren´s nur noch neun
Neun kleine Weiße, die schlichen durch die Nacht
Statt Kreuze brannten Kutten, da waren´s nur noch acht
Acht kleine Weiße, die waren ganz durchtrieben
Doch sie ham den Krieg verlor´n, da waren´s nur noch sieben
Sieben kleine Weiße, die waren ganz perplex:
Das Sonnenbad war viel zu lang, da waren´s nur noch sechs
Sechs kleine Weiße, die gingen in die Sümpf
Das Trockenlegen klappte nicht, da waren´s nur noch fünf
Fünf kleine Weiße, die kochten sich ein Tier
Doch leider hatt´ es Rinderwahn, da wren´s nur noch vier
Vier kleine Weiße, die schlugen mich zu Brei
Doch der Schutzmann war ein Bruder, da waren´s nur noch drei
Drei kleine Weiße, wie immer Streiterei
Der eine hatt´ den Lottoschein, da waren´s nur noch zwei
Zwei kleine Weiße, die riefen ""Alles meins!"
Durch Klimawandel kam die Flut, da war es nur noch eins
Ein kleines Weißes, das fürchtete den Putsch
Es drückte auf den roten Knopf, da waren alle futsch.
Absolute Kaufempfehlung
Einen LIVE-Auszug gibts einen Eintrag vorher :)
Und ne Band hat die Gute auch: Noiseaux
Schöner deutscher und englischer PopPunkRock. LIVE ziemlich dreckig.
Eine sehr direkte Beschreibung des alltäglichen weißen deutschen Rassismus.
Konkrete Beispiele, gute Sprache, amüsant (für mich) geschrieben.
Und immer wieder, wie Noah schreibt, "Schocktherapie".
Hier mal das Ergebnis ihrer Auseinandersetzung mit der Gleichstellungsbehörde und deren Umgang mit dem Thema Rassismus im Jahre 2007:
Zehn kleine Weiße, die spielten in der Scheun´
Doch die war mit Asbest gebaut, da waren´s nur noch neun
Neun kleine Weiße, die schlichen durch die Nacht
Statt Kreuze brannten Kutten, da waren´s nur noch acht
Acht kleine Weiße, die waren ganz durchtrieben
Doch sie ham den Krieg verlor´n, da waren´s nur noch sieben
Sieben kleine Weiße, die waren ganz perplex:
Das Sonnenbad war viel zu lang, da waren´s nur noch sechs
Sechs kleine Weiße, die gingen in die Sümpf
Das Trockenlegen klappte nicht, da waren´s nur noch fünf
Fünf kleine Weiße, die kochten sich ein Tier
Doch leider hatt´ es Rinderwahn, da wren´s nur noch vier
Vier kleine Weiße, die schlugen mich zu Brei
Doch der Schutzmann war ein Bruder, da waren´s nur noch drei
Drei kleine Weiße, wie immer Streiterei
Der eine hatt´ den Lottoschein, da waren´s nur noch zwei
Zwei kleine Weiße, die riefen ""Alles meins!"
Durch Klimawandel kam die Flut, da war es nur noch eins
Ein kleines Weißes, das fürchtete den Putsch
Es drückte auf den roten Knopf, da waren alle futsch.
Absolute Kaufempfehlung
Einen LIVE-Auszug gibts einen Eintrag vorher :)
Und ne Band hat die Gute auch: Noiseaux
Schöner deutscher und englischer PopPunkRock. LIVE ziemlich dreckig.
Sonntag, 15. August 2010
Noah's Liste
Sau gut das. Gibts auch als Hör- und Lesebuch und manchmal LIVE. Danke für die Info an den Der Braune Mob e.V.
Mehr dazu im Eintrag weiter oben :)
Mehr dazu im Eintrag weiter oben :)
Dienstag, 3. August 2010
Samstag, 31. Juli 2010
Überbewertung IV
Und immer wieder FIL...
Ich hab schon mehrmals darauf hingewiesen, der großartige FIL kommt in meine Gegend.
Gerade hab ich seine tolle Tote Hosen Verarsche wieder gesehen, und das passt sehr zu gut zu meinem Dauerthema Überbewertung.
Die Hosen sind auch so ein Ding. Ich versteh wirklich nicht was an denen so toll sein soll. Vielleicht sollte ich öfter ins Fußballstadion gehen, dann steh ich vielleicht auch irgendwann auf solche Mitgröhllieder. Dieser simple 1, 2, 3, 4-Takt, der war schon bei den Ramones langweilig, oder AC/DC, Metallica und der ganze Metal/Hardrock-Sumpf, ojemienee, das ist mir doch alles viel zu primitiv. Und dann noch diese tollen Botschaften und ach so gesellschaftskritischen Aussagen, würg. Ich warte nur drauf dass Campino und Bono gemeinsam ein Lied über bzw. gegen BP machen.
Besser als ich kann das auf jeden Fall FIL ausdrücken.
Bitte schön:
In diesem Zusammenhang verweise ich auch auf die leider nicht mehr existierenden Yeti Girls aus Köln. Die haben sich vor 10 Jahren schon ähnlich über die peinlichen Hosen geäußert. Damals gings um das Anti-Bayern Lied der Hosen, das anscheinend nicht nur mir auf den Sack ging. Die Antwort der Yeti Girls wurde nie offiziell veröffentlicht, sie gab es nur über ihre Homepage, die darauf hin von Hosen-Fans vollgespamt wurde.
Der link zu dem Lied steht bei den Kommentaren.
Yetis, falls ihr was dagegen habt, bitte Bescheid sagen und ich entferne es wieder. Dafür müsstet ihr aber auch mal wieder ein Konzert geben, oder?
Update 1 Woche später gibts hier.
Ich hab schon mehrmals darauf hingewiesen, der großartige FIL kommt in meine Gegend.
Gerade hab ich seine tolle Tote Hosen Verarsche wieder gesehen, und das passt sehr zu gut zu meinem Dauerthema Überbewertung.
Die Hosen sind auch so ein Ding. Ich versteh wirklich nicht was an denen so toll sein soll. Vielleicht sollte ich öfter ins Fußballstadion gehen, dann steh ich vielleicht auch irgendwann auf solche Mitgröhllieder. Dieser simple 1, 2, 3, 4-Takt, der war schon bei den Ramones langweilig, oder AC/DC, Metallica und der ganze Metal/Hardrock-Sumpf, ojemienee, das ist mir doch alles viel zu primitiv. Und dann noch diese tollen Botschaften und ach so gesellschaftskritischen Aussagen, würg. Ich warte nur drauf dass Campino und Bono gemeinsam ein Lied über bzw. gegen BP machen.
Besser als ich kann das auf jeden Fall FIL ausdrücken.
Bitte schön:
In diesem Zusammenhang verweise ich auch auf die leider nicht mehr existierenden Yeti Girls aus Köln. Die haben sich vor 10 Jahren schon ähnlich über die peinlichen Hosen geäußert. Damals gings um das Anti-Bayern Lied der Hosen, das anscheinend nicht nur mir auf den Sack ging. Die Antwort der Yeti Girls wurde nie offiziell veröffentlicht, sie gab es nur über ihre Homepage, die darauf hin von Hosen-Fans vollgespamt wurde.
Der link zu dem Lied steht bei den Kommentaren.
Yetis, falls ihr was dagegen habt, bitte Bescheid sagen und ich entferne es wieder. Dafür müsstet ihr aber auch mal wieder ein Konzert geben, oder?
Update 1 Woche später gibts hier.
Dienstag, 13. Juli 2010
Liebeskummer? Liebeskummer!
Und jetzt die Werbung:
Lesebühnen - eine großartige Erfindung. Hab ich in Berlin kennen gelernt.
Da ich ja nur noch selten in Berlin bin fehlt mir da doch was. Aber zum Glück gibts da auch was von Ratio... - Quatsch, zum Glück gibts da auch was gedrucktes und ins Netz gestelltes:
Den Salbader.
Erstellt von Leuten, die, na wo? Ja, in Berlin auf verschiedenen Lesebühnen stehen.
Zum Beispiel auch Kirsten Fuchs.
Foto von ©gottfried
Und weil ich so gelacht habe gibts hier einfach mal den tollen Text Liebeskummer von ihr.
(Kirsten, wenn´s dir nicht passt dass der ohne zu fragen hier steht, gib Bescheid und ich lösche ihn wieder.)
Kirsten Fuchs: Liebeskummer
Guten Tag! Ich habe Liebeskummer! Die Diagnose ist eindeutig. Alles weißt darauf hin. Ich habe tagsüber kein Hunger und Abends auch nicht, auch nachts hab ich kein Hunger aber Appetit. z.B. auf Eis, also gehe ich zur Tankstelle und kaufe mir soviel Eis, daß ich denke, daß es reichen wird, bis er sich doch in mich verliebt hat. Dann kucke ich Quincy und esse das ganze Eis auf. Also gehe ich noch mal zur Tankstelle und kaufe nochmal Eis und Cola und zwei Männerzeitschriften, vielleicht kann ich dann ahnen, was Männer denken. Denn es ist ein Gerücht, daß Männer leichter zu verstehen sind als Frauen. Männer sind die viel schlimmeren Frauen. Ich lese die Zeitschriften und esse das Eis auf. Danach weiß ich, wie man Frauen wirklich zum Höhepunkt bringt und das probiere ich gleich aus. Klappt natürlich, ich bin aber auch gut im Bett. Schlafen kann ich trotzdem nicht. Ein klares Anzeichen, alles spricht für Liebeskummer.
Dabei wußte ich nicht mal, daß ich ihn liebe, bis er mir gesagt hat, daß er mich nicht liebt. Ich kann nicht schlafen. Ich werfe die Cola um, als ich auf Klo schlurfe. Die Flasche habe ich offengelassen und jetzt habe ich wenigstens was zu tun, nachts um Fünf. Ich wische meine Wohnung. Wie tief bin ich gesunken? Wegen eines Mannes. Es ist aber auch nicht irgendein Mann. Es ist der Mann, bei dem man von Anfang an ein gutes Gefühl hat. Beim Kennenlernen, beim Besserkennenlernen, sogar beim Korbbekommen. Ich hab noch nie einen so netten Korb bekommen, der ganze Korb voller Obst und Blumen. Um Sechs kann ich endlich schlafen und um Acht klingelt ein junger Mann an meiner Tür, der behauptet, daß ihm sein Keilriemen gerissen wäre und der Hausmeister sei nicht da und er fragt, ob ich ihm vier Euro neunundneunzig borgen kann. »Ich bin arbeitslos!« sag ich zu ihm »Ich esse püriertes Wasser. Und selbst das ist nur Instantwasser.«
Dann knalle ich die Tür zu und davon werde ich erst richtig wach. Mein Herz wird auch wach und fängt sofort an weh zu tun. Ich hab mir schon Sorgen gemacht. Ich dacht ich bin tot. Aber jetzt tut es wieder weh. Gottseidank. Und dann heule ich bis ich so ausgetrocknet bin, daß ich knistere. Ach nein, das ist die Zeitung, auf der ich schlafe, weil, weil, ja warum eigentlich? Das ist eben die Zeitung, auf der ich schlafe. Ich komme mir verwahrlost vor, schlafe aber wieder ein, träume, er ißt mein Herz und trinkt Rotwein dazu. »Das ist ja gar nicht durch!«, sagt er zu mir und dann wache ich auf. Ich bin total verschwitzt. Die Druckerschwärze der Zeitung hat dem nicht standgehalten und so stehen auf mir Filmkritiken und Veranstaltungstips.
Ich schlurf in die Küche und finde im Flur einen angebissenen Toast. Den heb ich auf, klopf mit ihm gegen die Badtür, um zu kucken, wie hart er ist. Geht noch. Warum hab ich den denn nicht aufgegessen? Ich mach mir Tee und starre auf den Toast. Mein Körper will den nicht. Der Toast und ich kämpfen miteinander. Der Toast gewinnt, angenommen es war seine Absicht nicht gegessen zu werden. Ich beiße nur einmal ab und lege ihn wieder in den Flur. Dann verbringe ich den Tag damit zu hoffen, daß er anruft - obwohl er meine Telefonnummer nicht hat - und ab und zu den Hörer ans Ohr zu halten, um zu kucken, ob das Telefon noch geht. Ich schreibe ein richtig schlechtes Liebesgedicht. Als Muse taugt er überhaupt nicht. Küssen will er mich ja sowieso nicht.
Nachmittags finde ich den kalten Tee in der Küche und trinke ihn. Davon bekomme ich Durchfall. Ich sprühe danach großzügig Raumspray ins Bad, Tannenduft. Jetzt riecht es, als hätte jemand in den Wald gekackt.
Dann wasche ich mein bißchen Geschirr ab, hauptsächlich weil meine Hände kalt sind und ich auch keine Lust habe, neues Geschirr zu kaufen, nur weil das alte schmutzig ist. Als ich fertig bin, will ich den Stöpsel ziehen, aber der liegt auf dem Waschbeckenrand. Ich wühle im dreckigen Wasser und puhle einen Pfropfen Spaghettireste aus dem Ausguß. Ich komme mir so einsam vor. Gleich muß ich wieder heulen. Nich heulen, sag ich zu mir. Versuch doch einfach mal dein Wasser zu halten. Ich will Eis. Eis ist natürlich alle und einkaufen kann ich nicht gehen, falls er anruft, obwohl er meine Telefonnummer nicht hat. Ich renne wie auf Entzug durch die Wohnung. Danach blätter ich noch ein bißchen in der Männerzeitschrift und mache so einen Ankreuztest. Wie gut verstehen sie Frauen? Das klingt ja schon so, als müsse man versuchen, extra wenig Punkte zu bekommen, sonst hat man verloren. Sie sind ein Frauenversteher. Sie haben verloren. Setzen sie drei Felder zurück und fangen sie vor ihrer Pubertät von vorne an. Der Test beinhaltet die Deutung schlechter Fotos. Was glauben sie, was diese Frau gerade denkt. A. Er kommt schon wieder zu spät. B. Er kommt schon wieder zu früh. C. Er kommt mir so bekannt vor.
Ich glaube ja, die Frau auf dem Foto denkt: Wie lange soll ich denn noch mit eingezogenem Bauch und leidender Miene an diesem Scheiß-Thonetstuhl lehnen für das bißchen Geld. Aber diese Antwort gibt es nicht. Ich habe anscheinend nicht soviel Ahnung von Frauen. Aber Hopfen und Malz sind bei mir nicht verloren, denn ich habe ja immerhin den Ankreuztest gemacht und somit bewiesen, daß ich willens bin, das schöne Geschlecht zu verstehen. Jaja, das schöne Geschlecht. Ich spiel mir ein bißchen am schönen Geschlecht und finde es doof ohne das starke Geschlecht. Ich überlege, ob ich doch etwas unternehmen sollte. Kino oder so. Leider kann ich das Kinoprogramm auf meinem Rücken nicht sehen. Ich gehe stattdessen meine Hausbar durch und trinke halbleere Likörflaschen aus. Ordnungtrinken nenne ich das. Mir geht’s so schlecht. Ich hab definitiv Liebeskummer. Da brauch ich kein Arzt zu. Das sieht ja ein Blinder mit Krückstock.
PS: Lesebühnen gibts mittlerweile auch hier in Frankfurt/W, nämlich die Lesebühne Ihres Vertrauen, die in der Regel im Ponyhof stattfindet.
Lesebühnen - eine großartige Erfindung. Hab ich in Berlin kennen gelernt.
Da ich ja nur noch selten in Berlin bin fehlt mir da doch was. Aber zum Glück gibts da auch was von Ratio... - Quatsch, zum Glück gibts da auch was gedrucktes und ins Netz gestelltes:
Den Salbader.
Erstellt von Leuten, die, na wo? Ja, in Berlin auf verschiedenen Lesebühnen stehen.
Zum Beispiel auch Kirsten Fuchs.
Foto von ©gottfried
Und weil ich so gelacht habe gibts hier einfach mal den tollen Text Liebeskummer von ihr.
(Kirsten, wenn´s dir nicht passt dass der ohne zu fragen hier steht, gib Bescheid und ich lösche ihn wieder.)
Kirsten Fuchs: Liebeskummer
Guten Tag! Ich habe Liebeskummer! Die Diagnose ist eindeutig. Alles weißt darauf hin. Ich habe tagsüber kein Hunger und Abends auch nicht, auch nachts hab ich kein Hunger aber Appetit. z.B. auf Eis, also gehe ich zur Tankstelle und kaufe mir soviel Eis, daß ich denke, daß es reichen wird, bis er sich doch in mich verliebt hat. Dann kucke ich Quincy und esse das ganze Eis auf. Also gehe ich noch mal zur Tankstelle und kaufe nochmal Eis und Cola und zwei Männerzeitschriften, vielleicht kann ich dann ahnen, was Männer denken. Denn es ist ein Gerücht, daß Männer leichter zu verstehen sind als Frauen. Männer sind die viel schlimmeren Frauen. Ich lese die Zeitschriften und esse das Eis auf. Danach weiß ich, wie man Frauen wirklich zum Höhepunkt bringt und das probiere ich gleich aus. Klappt natürlich, ich bin aber auch gut im Bett. Schlafen kann ich trotzdem nicht. Ein klares Anzeichen, alles spricht für Liebeskummer.
Dabei wußte ich nicht mal, daß ich ihn liebe, bis er mir gesagt hat, daß er mich nicht liebt. Ich kann nicht schlafen. Ich werfe die Cola um, als ich auf Klo schlurfe. Die Flasche habe ich offengelassen und jetzt habe ich wenigstens was zu tun, nachts um Fünf. Ich wische meine Wohnung. Wie tief bin ich gesunken? Wegen eines Mannes. Es ist aber auch nicht irgendein Mann. Es ist der Mann, bei dem man von Anfang an ein gutes Gefühl hat. Beim Kennenlernen, beim Besserkennenlernen, sogar beim Korbbekommen. Ich hab noch nie einen so netten Korb bekommen, der ganze Korb voller Obst und Blumen. Um Sechs kann ich endlich schlafen und um Acht klingelt ein junger Mann an meiner Tür, der behauptet, daß ihm sein Keilriemen gerissen wäre und der Hausmeister sei nicht da und er fragt, ob ich ihm vier Euro neunundneunzig borgen kann. »Ich bin arbeitslos!« sag ich zu ihm »Ich esse püriertes Wasser. Und selbst das ist nur Instantwasser.«
Dann knalle ich die Tür zu und davon werde ich erst richtig wach. Mein Herz wird auch wach und fängt sofort an weh zu tun. Ich hab mir schon Sorgen gemacht. Ich dacht ich bin tot. Aber jetzt tut es wieder weh. Gottseidank. Und dann heule ich bis ich so ausgetrocknet bin, daß ich knistere. Ach nein, das ist die Zeitung, auf der ich schlafe, weil, weil, ja warum eigentlich? Das ist eben die Zeitung, auf der ich schlafe. Ich komme mir verwahrlost vor, schlafe aber wieder ein, träume, er ißt mein Herz und trinkt Rotwein dazu. »Das ist ja gar nicht durch!«, sagt er zu mir und dann wache ich auf. Ich bin total verschwitzt. Die Druckerschwärze der Zeitung hat dem nicht standgehalten und so stehen auf mir Filmkritiken und Veranstaltungstips.
Ich schlurf in die Küche und finde im Flur einen angebissenen Toast. Den heb ich auf, klopf mit ihm gegen die Badtür, um zu kucken, wie hart er ist. Geht noch. Warum hab ich den denn nicht aufgegessen? Ich mach mir Tee und starre auf den Toast. Mein Körper will den nicht. Der Toast und ich kämpfen miteinander. Der Toast gewinnt, angenommen es war seine Absicht nicht gegessen zu werden. Ich beiße nur einmal ab und lege ihn wieder in den Flur. Dann verbringe ich den Tag damit zu hoffen, daß er anruft - obwohl er meine Telefonnummer nicht hat - und ab und zu den Hörer ans Ohr zu halten, um zu kucken, ob das Telefon noch geht. Ich schreibe ein richtig schlechtes Liebesgedicht. Als Muse taugt er überhaupt nicht. Küssen will er mich ja sowieso nicht.
Nachmittags finde ich den kalten Tee in der Küche und trinke ihn. Davon bekomme ich Durchfall. Ich sprühe danach großzügig Raumspray ins Bad, Tannenduft. Jetzt riecht es, als hätte jemand in den Wald gekackt.
Dann wasche ich mein bißchen Geschirr ab, hauptsächlich weil meine Hände kalt sind und ich auch keine Lust habe, neues Geschirr zu kaufen, nur weil das alte schmutzig ist. Als ich fertig bin, will ich den Stöpsel ziehen, aber der liegt auf dem Waschbeckenrand. Ich wühle im dreckigen Wasser und puhle einen Pfropfen Spaghettireste aus dem Ausguß. Ich komme mir so einsam vor. Gleich muß ich wieder heulen. Nich heulen, sag ich zu mir. Versuch doch einfach mal dein Wasser zu halten. Ich will Eis. Eis ist natürlich alle und einkaufen kann ich nicht gehen, falls er anruft, obwohl er meine Telefonnummer nicht hat. Ich renne wie auf Entzug durch die Wohnung. Danach blätter ich noch ein bißchen in der Männerzeitschrift und mache so einen Ankreuztest. Wie gut verstehen sie Frauen? Das klingt ja schon so, als müsse man versuchen, extra wenig Punkte zu bekommen, sonst hat man verloren. Sie sind ein Frauenversteher. Sie haben verloren. Setzen sie drei Felder zurück und fangen sie vor ihrer Pubertät von vorne an. Der Test beinhaltet die Deutung schlechter Fotos. Was glauben sie, was diese Frau gerade denkt. A. Er kommt schon wieder zu spät. B. Er kommt schon wieder zu früh. C. Er kommt mir so bekannt vor.
Ich glaube ja, die Frau auf dem Foto denkt: Wie lange soll ich denn noch mit eingezogenem Bauch und leidender Miene an diesem Scheiß-Thonetstuhl lehnen für das bißchen Geld. Aber diese Antwort gibt es nicht. Ich habe anscheinend nicht soviel Ahnung von Frauen. Aber Hopfen und Malz sind bei mir nicht verloren, denn ich habe ja immerhin den Ankreuztest gemacht und somit bewiesen, daß ich willens bin, das schöne Geschlecht zu verstehen. Jaja, das schöne Geschlecht. Ich spiel mir ein bißchen am schönen Geschlecht und finde es doof ohne das starke Geschlecht. Ich überlege, ob ich doch etwas unternehmen sollte. Kino oder so. Leider kann ich das Kinoprogramm auf meinem Rücken nicht sehen. Ich gehe stattdessen meine Hausbar durch und trinke halbleere Likörflaschen aus. Ordnungtrinken nenne ich das. Mir geht’s so schlecht. Ich hab definitiv Liebeskummer. Da brauch ich kein Arzt zu. Das sieht ja ein Blinder mit Krückstock.
PS: Lesebühnen gibts mittlerweile auch hier in Frankfurt/W, nämlich die Lesebühne Ihres Vertrauen, die in der Regel im Ponyhof stattfindet.
Mittwoch, 7. Juli 2010
RflEttÜAÜG bzw. RkReÜAÜG
Das ist ne alte Geschichte, aber immer noch und wieder lustig:
Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz ist laut Wikipedia "eines der längsten gültigen und gebräuchlichen zusammengesetzten Hauptwörter der deutschen Sprache".
Das tatsächlich am 19. Januar 2000 in Mecklenburg-Vorpommern beschlossene Gesetz heißt Gesetz zur Übertragung der Aufgaben für die Überwachung der Rinderkennzeichnung und Rindfleischetikettierung, der amtliche Kurztitel (!) lautet Rinderkennzeichnungs- und Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz.
Nachzulesen ist das hier, nachzuhören hier
Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz ist laut Wikipedia "eines der längsten gültigen und gebräuchlichen zusammengesetzten Hauptwörter der deutschen Sprache".
Das tatsächlich am 19. Januar 2000 in Mecklenburg-Vorpommern beschlossene Gesetz heißt Gesetz zur Übertragung der Aufgaben für die Überwachung der Rinderkennzeichnung und Rindfleischetikettierung, der amtliche Kurztitel (!) lautet Rinderkennzeichnungs- und Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz.
Nachzulesen ist das hier, nachzuhören hier
Montag, 5. Juli 2010
Termin 28.8 + 29.8 + 16.10: FIL
Ich hatte vor nem Monat schon drauf hingewiesen und mache es auch gegebenem Anlass noch einmal:
Fil ist in der Stadt!!!
Vorhin war er in Rüsselsheim, was in diesem Falle als Stadt zählt. Und ich war auch da, logo.
Das ganze im Rathaus im Innenhof, was bei dem Wetter natürlich toll passt. Nur dass die Flugzeuge sehr gut zu hören waren, was den Meister aber nicht innehalten ließ. Auch nicht als es mehrmals regnete, zum Schluss sogar Weltuntergangsverdächtig. Wir durften einfach alle mit auf die Bühne und mussten noch nicht einmal singen.
Ich hatte auf jeden Fall einen Riesenspaß.
So, und wie schon mal gesagt spielt er am 28.8 in Frankfurt aufm Museumsuferfest und, ganz neu, am 16.10 in Frankfurt-Höchst im Neuen Theater.
Kleines Problem: beide Termine stehen auf Fils Homepage, aber bisher weder im Uferfestplan noch beim Neuen Theater. Ich habe Fil angeschrieben, wenn ich mehr weiß geb ichs natürlich weiter.
Fil ist in der Stadt!!!
Vorhin war er in Rüsselsheim, was in diesem Falle als Stadt zählt. Und ich war auch da, logo.
Das ganze im Rathaus im Innenhof, was bei dem Wetter natürlich toll passt. Nur dass die Flugzeuge sehr gut zu hören waren, was den Meister aber nicht innehalten ließ. Auch nicht als es mehrmals regnete, zum Schluss sogar Weltuntergangsverdächtig. Wir durften einfach alle mit auf die Bühne und mussten noch nicht einmal singen.
Ich hatte auf jeden Fall einen Riesenspaß.
So, und wie schon mal gesagt spielt er am 28.8 in Frankfurt aufm Museumsuferfest und, ganz neu, am 16.10 in Frankfurt-Höchst im Neuen Theater.
Kleines Problem: beide Termine stehen auf Fils Homepage, aber bisher weder im Uferfestplan noch beim Neuen Theater. Ich habe Fil angeschrieben, wenn ich mehr weiß geb ichs natürlich weiter.
Freitag, 18. Juni 2010
Willkommen in Frankfurt/W I
Ein Text von Peter Knorr, mit ganz großem Dank an Masma
Willkommen in Frankfurt!
Einige Hinweise für Zugereiste und Besucher dieser schönen Stadt.
Frankfurt lockt vielfältig, die Frankfurter gar nicht. Aktives Locken gilt dem Frankfurter als der möglicherweise nicht korrigierbare Auslöser für spätere Belästigungen. So blöd ist er nun auch wieder nicht, da bleibt er Hesse. Findet er allerdings Zugereiste und Neubürger in seinem Gemeinwesen vor, so ist das auch nicht weiter schlimm, in so fern Fremder bist du willkommen, dies sollte als Grund zur Freude erstmal genügen.
Aber Vorsicht! Wenn der Frankfurter etwas haßt - und Haß bedeutet hier so etwas ähnliches wie leicht negatives Interesse - dann ist dies unwürdiges Verhalten: Offensive Nettigkeit, näheheischende Herzlichkeit, unbegründete Heiterkeit und ostentatives Tüchtigkeitsgehabe. Dies alles gilt dem Frankfurter als der ebenso törichte wie durchschaubare Versuch einen zweifellos boshaften Charakter zu kaschieren. Der Frankfurter hat es nicht nötig. Geschwächt durch komplette Illusionslosigkeit fehlt auch den miesen Teilen seines Charakters jede Art von Nachdruck und alles mündet in beliebigem Geschwätz. Klaglos läßt er den gutwillig interessierten Neubürger daran teilhaben. Greift dieser allerdings vor Ablauf von fünf Jahren mit eigener Rede in das hessische Gebabbel ein, so hat er die herzliche Gastfreundschaft zur Unzeit überstrapaziert und sollte seinen Abgang planen.
"Lebe un lebe losse!" Dieser hochherzig tolerante Hessenspruch läßt sich nunmal nicht auf "Rede un rede losse!" erweitern.
Erzähl die spannendste aller Geschichten, den pfiffigsten aller Witze Neuling, am Ende wird man dich anstarren und einer wird sagen: "Un? Weider?"
Das schafft Heiterkeit und anschließend schwatzen sie dann wieder das Ihre. Dennoch bist du nicht unwillkommen, du Mundartbehinderter, auch wenn du gar nichts davon merkst. Sie sind tatsächlich tolerant, jedenfalls reicht es nicht zur Intoleranz. Mangels Interesse besteht dazu kein Anlaß. Es wäre auch zu mühsam in dieser Stadt der Mitte, wo Hochfinanz und Hochintellekt in stummer Verachtung koexistieren, wo schwarz und Rot und Grün sich froh mißbrauchen, wo noch der exotischste Tourist kaum eines Blickes gewürdigt wird, da hocken dennoch alle gern beim Apfelwein beisammen in blankgescheuerter Geselligkeit. Dort, Möchtegern-Frankfurter, darfst auch du deine Füße unter den Tisch strecken und wortlos die Eingeborenen verehren.
Die Vielfalt ihrer Küche: Rippchen mit Kraut, wahlweise Kraut mit Rippchen.
Ihre liebsten Kulturereignisse: Zum alten Bock, in der blauen Oper.
Und ihre erotische Selbsteinschätzung: "Wo Liebe, Glaube, Hoffnung herrscht, wird morjens, mittachs un abends gebörscht!"
Es herrscht hier nichts dergleichen und entsprechend tote Hose. Immerhin aber besteht die Weisheit der Frankfurter darin, daß sie sich für nichts besonderes halten. Nur wehe, es hält sich jemand für was besseres! Noch jeder, der das mainische Mittelmaß überragte und dafür unvorsichtiger Weise auch noch öffentliche Anerkennung suchte, hat diese Stadt verlassen. Hochkarätig Einsichtige haben sich damit abgefunden als "Simbel", oder - nicht ganz so hart - als "Aschlöscher" zu gelten. Die Neuen können also bleiben, sie tun zwar gut daran, weder Rat noch Tat zu erwarten, sich aber von dummdreisten Sprüchen nicht beeindrucken zu lassen.
Ein Frankfurter macht nunmal aus seiner Mördergrube kein Herz. Wird der Fremde erst einmal des Anstänkerns für würdig befunden, so ist ihm bereits menschliche Wärme widerfahren, er sollte sich zu den glücklicheren unter frankfurts Neubürgern zählen.
Willkommen in Frankfurt!
Einige Hinweise für Zugereiste und Besucher dieser schönen Stadt.
Frankfurt lockt vielfältig, die Frankfurter gar nicht. Aktives Locken gilt dem Frankfurter als der möglicherweise nicht korrigierbare Auslöser für spätere Belästigungen. So blöd ist er nun auch wieder nicht, da bleibt er Hesse. Findet er allerdings Zugereiste und Neubürger in seinem Gemeinwesen vor, so ist das auch nicht weiter schlimm, in so fern Fremder bist du willkommen, dies sollte als Grund zur Freude erstmal genügen.
Aber Vorsicht! Wenn der Frankfurter etwas haßt - und Haß bedeutet hier so etwas ähnliches wie leicht negatives Interesse - dann ist dies unwürdiges Verhalten: Offensive Nettigkeit, näheheischende Herzlichkeit, unbegründete Heiterkeit und ostentatives Tüchtigkeitsgehabe. Dies alles gilt dem Frankfurter als der ebenso törichte wie durchschaubare Versuch einen zweifellos boshaften Charakter zu kaschieren. Der Frankfurter hat es nicht nötig. Geschwächt durch komplette Illusionslosigkeit fehlt auch den miesen Teilen seines Charakters jede Art von Nachdruck und alles mündet in beliebigem Geschwätz. Klaglos läßt er den gutwillig interessierten Neubürger daran teilhaben. Greift dieser allerdings vor Ablauf von fünf Jahren mit eigener Rede in das hessische Gebabbel ein, so hat er die herzliche Gastfreundschaft zur Unzeit überstrapaziert und sollte seinen Abgang planen.
"Lebe un lebe losse!" Dieser hochherzig tolerante Hessenspruch läßt sich nunmal nicht auf "Rede un rede losse!" erweitern.
Erzähl die spannendste aller Geschichten, den pfiffigsten aller Witze Neuling, am Ende wird man dich anstarren und einer wird sagen: "Un? Weider?"
Das schafft Heiterkeit und anschließend schwatzen sie dann wieder das Ihre. Dennoch bist du nicht unwillkommen, du Mundartbehinderter, auch wenn du gar nichts davon merkst. Sie sind tatsächlich tolerant, jedenfalls reicht es nicht zur Intoleranz. Mangels Interesse besteht dazu kein Anlaß. Es wäre auch zu mühsam in dieser Stadt der Mitte, wo Hochfinanz und Hochintellekt in stummer Verachtung koexistieren, wo schwarz und Rot und Grün sich froh mißbrauchen, wo noch der exotischste Tourist kaum eines Blickes gewürdigt wird, da hocken dennoch alle gern beim Apfelwein beisammen in blankgescheuerter Geselligkeit. Dort, Möchtegern-Frankfurter, darfst auch du deine Füße unter den Tisch strecken und wortlos die Eingeborenen verehren.
Die Vielfalt ihrer Küche: Rippchen mit Kraut, wahlweise Kraut mit Rippchen.
Ihre liebsten Kulturereignisse: Zum alten Bock, in der blauen Oper.
Und ihre erotische Selbsteinschätzung: "Wo Liebe, Glaube, Hoffnung herrscht, wird morjens, mittachs un abends gebörscht!"
Es herrscht hier nichts dergleichen und entsprechend tote Hose. Immerhin aber besteht die Weisheit der Frankfurter darin, daß sie sich für nichts besonderes halten. Nur wehe, es hält sich jemand für was besseres! Noch jeder, der das mainische Mittelmaß überragte und dafür unvorsichtiger Weise auch noch öffentliche Anerkennung suchte, hat diese Stadt verlassen. Hochkarätig Einsichtige haben sich damit abgefunden als "Simbel", oder - nicht ganz so hart - als "Aschlöscher" zu gelten. Die Neuen können also bleiben, sie tun zwar gut daran, weder Rat noch Tat zu erwarten, sich aber von dummdreisten Sprüchen nicht beeindrucken zu lassen.
Ein Frankfurter macht nunmal aus seiner Mördergrube kein Herz. Wird der Fremde erst einmal des Anstänkerns für würdig befunden, so ist ihm bereits menschliche Wärme widerfahren, er sollte sich zu den glücklicheren unter frankfurts Neubürgern zählen.
Montag, 7. Juni 2010
Termin 4.7 + 28.8 + 29.8 + 16.10: FIL
Bei diesen Terminen geht es nicht um Musik. Na ja, auch, aber nicht überwiegend.
Sondern es geht um FIL.
Philip Tägert, der Erfinder und Gestalter von Didi & Stulle, Master of Punk und grandiose Alleinunterhalter, außer wenn Sharky der Hai dabei ist, dann Zuzweitunterhalter.
LIVE in meiner Gegend. YES!!!
Am 4.7 in Rüsselsheim, am 28.8 aufm Museumsuferfest und am 29.8 aufm Folklore im Garten in Wiesbaden.
Hier mal ein kleines Gedicht, mehr gibts auf FILs Homepage:
Und ein Einseiter mit Didi & Stulle
Wer mir jetzt noch sagen kann was Die Ärzte mit FIL zu tun haben, außer dass alle aus Berlin (aus Berlin) kommen, darf in Rüsselsheim neben mir sitzen.
Sondern es geht um FIL.
Philip Tägert, der Erfinder und Gestalter von Didi & Stulle, Master of Punk und grandiose Alleinunterhalter, außer wenn Sharky der Hai dabei ist, dann Zuzweitunterhalter.
LIVE in meiner Gegend. YES!!!
Am 4.7 in Rüsselsheim, am 28.8 aufm Museumsuferfest und am 29.8 aufm Folklore im Garten in Wiesbaden.
Hier mal ein kleines Gedicht, mehr gibts auf FILs Homepage:
Und ein Einseiter mit Didi & Stulle
Wer mir jetzt noch sagen kann was Die Ärzte mit FIL zu tun haben, außer dass alle aus Berlin (aus Berlin) kommen, darf in Rüsselsheim neben mir sitzen.
Abonnieren
Posts (Atom)





